EM Rückblick

Die Europameisterschaften liegen jetzt gut zwei Wochen zurück und alle Beteiligten hatten Zeit sich etwas zu erholen – Zeit also einmal zurück zu blicken auf das vergangene Wettkampfjahr und alles zu analysieren und reflektieren.

Es war ein anstrengendes Jahr für alle, Athletinnen, Vereine, Funktionäre, Heimtrainer/innen, Assistenztrainerinnen und mich.

Im August 2013 haben wir noch mit anderen Aktiven für die Nationalmannschaft geplant, als wir dann im August bei der EMdaheim angetreten sind. Allen Aktiven die den Mut hatten, direkt zu sagen, dass sie es sich nicht zutrauen bzw vermutlich zeitlich nicht das Trainingspensum absolvieren können, möchte ich meinen Dank aussprechen. Es ist nicht leicht Nein zu sagen und auf eine Chance zu verzichten, jedoch ist es dem Team und den Trainerinnen gegenüber äußerst fair gewesen. So konnten wir bereits im Oktober mit den Athletinnen planen. Viele der Aktiven haben alle Lehrgänge zu 100% absolviert, leider gab es auch Ausnahmen, aber so ist es einmal im Leben – es besteht aus Kompromissen.

 

Mit den Ergebnissen, die das Team und die Kombination bei den Europameisterschaften erzielt hat, können wir alle sehr zufrieden sein. Bedenkt man, dass wir in der kurzen Zeit die wir zur Verfügung hatten, 3 komplett neue Küren aufgebaut haben, ist das Ergebnis mehr als gut. Hinzu kommt, dass wir ein Team aus Athletinnen aufgebaut haben, die mit verschiedensten Voraussetzungen zu uns kamen und wir nur 2 Lehrgänge mit der kompletten Mannschaft hatten. Die Mädchen haben sich alle im vergangen Jahr sehr positiv entwickelt und deutliche Fortschritte gemacht.

Im März lagen wir noch hinter dem Jugendteam der Engländer. Bei der EM konnten wir diese deutlich hinter uns lassen und auch den Abstand zu den Schweizerinnen war nur gering. Dieser Auftritt auf europäischer Ebene hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen – und das ist für uns Gold Wert.

 

Bei den Einzelküren, sind die Ergebnisse mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Kyra hat mit ihrem 11. Platz im Solo Finale ebenfalls ein gutes Ergebnis erzielt, mit dem wir alle zufrieden sein können und das für die Zukunft viel verspricht.

Das Duett hat leider den Einzug ins Finale knapp verpasst. Hinsichtlich der Olympiaqualifikation für Rio 2016 ist dies ein Ergebnis, dass uns nicht zufriedenstellen kann. Die Mädchen haben eine anspruchsvolle Leistung gezeigt, die im Vergleich mit den anderen Nationen leider nicht ausgereicht hat.

Ich möchte aber erwähnen, dass wir auf den Lehrgängen kaum Zeit hatten uns um die Einzelküren zu kümmern. Der Fokus lag für die EMdaheim eindeutig auf dem Team und der Kombination.

Jetzt heißt es für uns analysieren, in welchen Bereichen wir die Küren des Duetts verbessern müssen, damit diese im internationalen Vergleich standhalten können. Für die kommende Saison werden neue Duettküren zu gestalten und diese vor internationalen Wertungsrichtern auszutesten. Durch die tolle Entwicklung aller Athletinnen, stehen uns verschieden Möglichkeiten für die Olympiaqualifikation des Duetts 2016 zur Verfügung.

 

Nun heißt es für uns alle weitermachen und neben der Nationalmannschaft auch die Jugend zu fördern, schließlich möchten wir bei der JEM 2015 ein ebenfalls so positives Ergebnis erreichen wie in Berlin. Das nächste Jahr wird sicherlich nicht leichter (eher noch anstrengender) als dieses. Es stehen eine Vielzahl von Wettkämpfen an und es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns, um an die vor uns liegenden Nationen anzuknüpfen.

 

Mein Dank gilt:

– allen Heim- und Stützpunkttrainerinnen, die ihre Athletinnen bestmöglich vorbereitet haben

– dem OSP Heidelberg, der uns in sportwissenschaftlicher Hinsicht in der Trainingsdiagnostik und -steuerung unterstützt hat

– den Eltern der Aktiven, die ihre Töchter bei allem unterstützen

– den Funktionären des DSV, die uns bei unserer Arbeit untersützt haben

– Elsa Häberlein, für die Unterstützung mit ihrem sportwissenschaftliche Know-How

– Raquel Aguado für ihre spanisch-amerikanische Art, die vor allem in Sachen Disziplin, Einstellung und Haltung sehr positiv auf das Team eingewirkt hat

Leider müssen wir uns an diesem Punkt von Raquel verabschieden. Sie kann dem Team leider nicht mehr zur Verfügung stehen, da sie mit ihrem Freund Deutschland verlässt. Wir wünschen Dir alles Gute und hoffen, dass du uns bald wieder besuchst.

 

Ich freue mich auf die nächste Saison und hoffe darauf, dass alle Beteiligten wieder so gut zusammen arbeiten wie in der vergangenen Saison und wir die Synergien und gemeinsame Arbeit noch weiter verbessern und ausbauen können.

 

Dem ComenTeam wünsche ich viel Erfolg und allen anderen einen erholsamen Urlaub und guten Start in das neue Wettkampfjahr.

 

Doris Ramadan
Bundestrainerin

 

 

 

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Die Crux mit der „Einparkhilfe“

Jeder von uns kennt Sie: die Einparkhilfe im Auto. Sie gibt uns ein Signal, wie weit wir uns noch vor wagen dürfen, wobei selbst wenn das Piep durchgängig ist, wissen wir doch, dass es noch ein Stückchen weiter geht, bevor etwas passiert. Dieses Warnsignal ist bei jedem Auto unterschiedlich und je nach Situation trauen wir uns weiter an das Hindernis heran.
Ihr fragt euch jetzt „Was will Sie nur sagen? Was hat das mit Synchronschwimmen zu tun?“

Jeder von uns hat sein eigenes Warnsignal, dass uns sagt wie weit wir uns wagen können, wie weit wir unsere persönliche Grenze schieben können. Dieses Warnsignal ist wie die Einparkhilfe, sie ist individuell verschieden, Situations abhängig und wir können selbst wenn es laut schrillt immer noch ein bischen weitergehen.
Deshalb: nicht aufgeben wenn unser Warnsignal schrillt, sondern langsam vortasten wie weit wir heute unsere persönliche Grenze verschieben können!
Nur wenn wir dies befolgen können wir unsere Leistung steigern.

Start ins EM-Jahr

Während die meisten von uns sich noch von den Feiertagen und dem vielen Essen erholt haben, sind die Aktiven der NM und JNM sowie deren Trainerinnen fleißig ins neue Jahr gestartet.

Leider begann der Lehrgang nicht ganz wie gewünscht, da eine Aktive bereits direkt am ersten Tag mit einer schweren Grippe wieder abreisen und die nächste Aktive an Tag 2.

Ebenso schien es, dass die Weihnachtstage für manche der Athletinnen etwas zu lang waren. Der Einstieg ins Team gelang nur schwer und auch die optimale Leistung der ein oder andern, konnte (wenn überhaupt) erst gegen Ende des Lehrgangs erreicht werden – das muss Ende Januar wieder besser klappen, damit die #EMdaheim ein Erfolg wird.

An diesem Lehrgang konnte auf die Unterstützung von Doris Walper zurückgegriffen werden, die mit den Mädchen der JNM an deren Technik arbeitete.

Die Choreographie der Küren musste leider noch ein weiteres mal geändert werden, da die Aktiven die ursprünglich geplanten Bewegungsabläufe nicht optimal umsetzen konnten. Danach hieß es aber: durchschwimmen, durchschwimmen, durchschwimmen,……

Die Aktiven der JNM haben sich sehr gut in das Team integriert und zeigen in der Kür eine tolle Leistung – dadurch nehmen Sie den Trainerinnen etwas Druck, da Ausfälle leichter kompensiert werden können. Gleichzeitig erhöhen sie diesen aber  auf die Aktiven der NM!

 

 

Die neuen Mannschaften stehen

Nach 3 anstrengenden Tagen ist die Sichtung für die neuen Mannschaften erfolgreich zu Ende gegangen. Alle Aktiven mussten Tests an Land und im Wasser absolvieren. Beweglichkeit, Ausdauer, Schnelligkeit, Höhe und Technik wurden bewertet.

Herzlichen Glückwunsch an alle Aktiven und deren Trainerinnen, die sich erfolgreich für eine der Mannschaften (Nationalteam, Jugendnationalteam und C/D-Kader) qualifizieren konnten.
Alle Aktiven, die ihr Ziel nicht erreichen konnten bzw. nicht ihre beste Leistung abrufen konnten, wünschen wir viel Durchhaltevermögen und Motivation im Training, damit sie ihr Ziel nächstes Jahr erreichen.

Den Trainerinnen und Aktiven der NM und JNM viel Spaß, Kraft und Luft für den anstehenden Lehrgang.

Berlin wartet auf euch!!!!!

Es geht vorwärts!

Der letzte Lehrgang war vor allem wieder von (Ver)Änderungen gekennzeichnet.

Küren:
Das Training der Küren begann damit, dass die Aktiven neue Plätze lernten. Ziel ist es, dass jedes der Mädchen jeden Platz in der Choreographie kann. Dies ermöglicht die Kür bei jedem Lehrgang zu trainieren (unabhängig davon wer anwesend ist) und die Flexibilität der Aktiven wird gefordert. Es kann immer passieren, dass kurzfristig eine oder mehr Schwimmerinnen ausfallen, da ist es gefragt, dass die Mädchen nicht auf ihren Platz und das gewohnte Umfeld fixiert sind, sondern schnell umschalten und sich auf eine neue Situation einlassen können.
Nachdem die neuen Plätze gelernt waren ging es an die Raumaufteilung. Diese musste angepasst werden, da die Aktiven bereits jetzt deutlich mehr während der Kür schwimmen als noch vor ein paar Wochen.

Mit der technischen Kür sind die Trainerinnen schon recht zufrieden, hier werden während der nächsten Lehrgänge nur noch Kleinigkeiten geändert und verbessert.

Die freie Kür hingegen wurde nochmal an einigen Punkten überarbeitet und entspricht nun mehr den Vorstellungen der Trainern.

Teamleader:
Während der letzten beiden Lehrgänge haben die Trainerinnen gemeinsam mit den Aktiven neue Teamleader und Co-Teamleader gewählt. Hier gab es einige Änderungen, da sich herausstellte das manche Aktiven für die Position des Teamleder wie geboren sind und andere sich sehr gut in die Rolle der Stellvertreterin gefügt haben. Diese Veränderung hat sehr gut funktioniert.

Die letzten Lehrgänge haben gezeigt, dass WIR auf einem guten Weg sind und die Aktiven gute Fortschritte machen. Dennoch müssen die Mädchen weiterhin hart an sich arbeiten und noch öfter bzw. schneller ihren inneren Schweinehund überwinden.
Gleichzeitig jedoch sollte allen Schwimmerinnen klar sein, dass ihr Körper ihr Kapital ist. Nur wenn sie diesen gut behandeln, können sie Topleistungen zeigen. Hierzu gehört nicht nur eine ausgewogene Ernährung, sondern auch entsprechende Ruhepausen und ausreichend Schlaf – nur so kann der Körper gesund bleiben und Höchstleistungen abrufen (und wir mit allen Aktiven gleichzeitig an den Lehrgängen trainieren)!

Aufbaulehrgang 3 und 4

Viele haben sich bestimmt bereits gewundert, wo die neuesten Beiträge bleiben.
Leider konnte ich mich die letzten Wochen nur wenig dem Blog widmen, da ich selbst einer neuen (beruflichen) Aufgabe gegenüberstand und hiervon stark beansprucht wurde/werde.
Aber hier nun der Bericht zu den letzten beiden Lehrgängen.

Aufbaulehrgang Nummer 3 – mit kleinen Schwierigkeiten

Zum dritten Lehrgang des Teams 2014, sind leider nur 7 Aktive angereist, wodurch ein effektives Gruppentraining bzw. -aufbau kaum möglich war. Hinzu kam, dass Kyra 2 Tage unter einer schweren Migräne litt und dem Team leider nicht zur Verfügung stand. Somit waren nur 6 Aktive im Wasser – damit lassen sich Formationen, Bewegungen etc nur schwer ausprobieren, da man nie das Gesamtbild sieht.
Doris entschied, dass somit erstmal an kleinen Choreographischen Details gefeilt wurde und die „Neuen“ Mädels die Choreographie der freien Gruppe erlernten. Des weiteren „durften“ die Mädels einiges an Test absolvieren, bei den Elsa immer ein fachmännisches Auge auf die Auswertung der Ergebnisse und Herzfrequenzen hatte.
Als Kyra wieder fit war, wurde dann mit der Choreographie der technischen Gruppe begonnen.

Lehrgang Nummer 4 – „daily workout“ ist wohl doch nicht der richtige Begriff

Bereits während des zweiten Lehrgangs hat Doris die Mädels darauf hingewiesen, dass JEDE zu Hause ihre Aufgaben erfüllen und top vorbereitet zu den Lehrgängen erscheinen muss – leider hatten dies einige der Mädels wieder einmal zu sehr auf die leichte Schulter genommen.
Hinzu kam, dass die Deutsche Bahn den Lehrgangsbeginn nach hinten verschoben hat – Zugverschpätungen von bis zu 1,5 Stunden.
All dies veranlasste das Trainerteam dazu, dass die Trainingseinheiten deutlich verlängert wurden. Dies ist nötig, damit nicht die gesamte Trainingsplanung der nächsten Monate über den Haufen geschmissen werden muss.
Die Trainerinnen als auch die Mädels haben nur wenig Zeit, um ein Team zu bilden und als dieses einen gemeinsamen hohen Leistungsstandard zu erreichen, damit bei der Heim-EM in Berlin nächstes Jahr eine starke deutsche Mannschaft an den Start gehen kann.
Inhalt des Trainings war vor allem der Aufbau der technischen Gruppe.

Allen Aktiven, Heimtrainer(innen), Betreuern und Eltern muss klar sein, dass die Nationalmannschaft nur sehr wenig Zeit hat, um einen Top-Auftritt zu schaffen. Im Gegensatz zu anderen Nationen steht uns allen gerade mal ca. 1/4 der Zeit zur Verfügung die andere Nationen zur Verfügung haben.
Alle Mädchen die sich dazu entscheiden, Teil der neuen (Jugend)Nationalmannschaft sein zu wollen, müssen sich über die folgenden Punkte klar sein:

– der Weg zur EM wird anstrengend und nicht immer angenehm
– Selbstdisziplin, Setzen von Prioritäten und die Strukturierung des eigenen Alltags gehören zum A und O
– zielstrebige und disziplinierte Vorbereitung für die Lehrgänge sind unabdinglich (DAILY WORKOUT)
– GEMEINSAM schaffen wir den steinigen Weg zur EM zu bewältigen

Equipment – nicht nur die Nasenklammer zählt zur Ausrüstung

Training unter erschwerten Bedingungen: Im wahrsten Sinne des Wortes trainieren wir mit Schweren Sachen – mit Zusatzgewicht. Das hat zum Einen den Vorteil, dass der Körper schneller Muskelmasse aufbauen kann (wie beim Krafttraining mit Gewicht), zum Anderen lernen die Mädchen ihre Muskeln auch dann optimal anzusteuern, wenn das Gewicht zunächst die Bewegungen hemmt und langsamer macht. Somit werden im Umkehrschluss ohne Gewicht die Bewegungen zackiger und genauer – die Kür wird synchroner! Und das wird von den Wertungsrichtern belohnt. Im Kürtraining setzen wir klassischerweise Gewichtsmanschetten an den Fußgelenken oder am Bauch ein.

Beim Schwimmtraining tragen die Mädchen oft Leggins und T- Shirt. Wir verzichten beim Schwimmen bewusst auf Gewichtsmanschetten, da sich die Athleten beim Schwimmen vorwiegend in der Horizontalen befinden und die Manschetten nur an einer Stelle nach unten ziehen würde. Die Kleidung, die sich zusätzlich mit Wasser vollsaugt, verteilt das Gewicht gleichmäßig auf den ganzen Körper. Gewicht und Wiederstand werden im Wasser erhöht, das heißt die Schwimmerinnen müssen mehr geben um vorwärts zu kommen.

Startklar!

Startklar!

Durch Schwimmen mit Flossen wird der Vortrieb der Beine um ein Vielfaches erhöht, allerdings muss man, da die Fläche größer ist, auch mehr Kraft aufbringen um dem Widerstand entgegen zu wirken, der auf die Flosse wirkt. Somit schlagen wir beim Flossenschwimmen zwei Fliegen mit einer Klatsche: Wir sparen Zeit, da wir schneller voran kommen und trainieren die Beinmuskulatur.

Voll flexibel: Sowohl für das Training im Wasser, als auch an Land eignen sich so genannte Tubes optimal für synchronspezifisches und allgemeines Kraft- und Beweglichkeitstraining. Je mehr das Gummiband gespannt wird, um so schwerer ist es, die Bewegung auszuführen. Das bedeutet, es ist eine optimale Anpassung des Widerstandes möglich. Mit den Tubes können wir aber nicht nur gegen den Widerstand arbeiten, sondern die Zugkraft ebenfalls nutzen, um Positionen erleichtert einzunehmen. Die Spagatposition im Wasser ist dafür ein perfektes Beispiel: Befestigen wir das Tube an beiden Füßen und ziehen die Beine auseinander, trainieren wir unsere Beinmuskulatur und es fällt schwer, die Spagatposition einzunehmen. Führen wir das Tube zusätzlich über die Schulter, so erleichtert uns dies das Einnehmen der Position und wir ermöglichen einen Stretchingeffekt.

Motivation ?

Motivation ?

Optimale Einteilung: Zur Trainingssteuerung und Analyse physiologischer Parameter setzten wir unter anderem Pulsuhren ein. Die Mädchen können somit ihre Trainingsbereiche besser überprüfen und wissen genau, wann sie (rein auf die Herzfrequenz bezogen) Vollgas geben, oder nur einen Prozentsatz der maximalen Leistung erbringen. Die Herzfrequenz ist einer von vielen physiologischen Parametern, die klassischerweise zur Trainingssteuerung herangezogen werden können.

Motivation !!!!!

Motivation !!!!!

Text und Bilder: Elsa Häberlein